THEATER RAMPE STUTTGART
Premiere: 07. MÄRZ 2015

Text: Anna Gschnitzter
Regie: Marie Bues
Bühne und Kostüm: Claudia Irro
Dramaturgie: Martina Grohmann
Video: Florian Rzepkowski

mit Katharina Behrens, Monika Wiedemer, Patrick Heppt, Barbara Behrendt

Theaterrampe.de

Fotos: Luzie Marquardt

»Mit vielen aufgesetzten ‘Oh’, ‘Ah’ und ‘Ach’ kommentieren Katharina Behrens, Monika Wiedemer und Patrick Heppt in aufwendig produzierten Kostümen aus der Werkstatt von Claudio Irro das Häuschen in Orange. Selbstironisch führt das Ensemble eine Generation vor, die die Calwer Passage während einer Interimsnutzung ‘Fluxus’-Einkaufszentrum nennt. […] Aus der Kälte des Abends marschiert die Publikumsschlange am Samstag in die Wärme eines geschlossenen Raumes (ganz ohne ‘Theatersaal’ geht es dann doch nicht), lässt sich auf Hockern nieder, erlebt Musik- und Showeffekte, begibt sich auf die Terrasse der Passage, wo die Nasen durch einen Mix aus den Küchen der Restaurants strapaziert werden, wird zurückgeführt in den Raum. Macht und Räume, so viel wird an diesem Abend vermittelt, sind untrennbar miteinander verbunden […] Ob die Sehnsucht nach reiner Fassade – ‘spiegelglatt, schwarz, glänzend’ wie die Haut von Josephine Baker – durch das Bauhaus erlöst wird, bleibt offen.«
STUTTGARTER NACHRICHTEN, 09.03.15

»Unter die Theatergänger dieser Premiere der Rampe mischen sich amüsierte Passanten – auch ein gelungenes Beispiel für die Belebung von öffentlichem Raum. […] Anna Gschnitzer macht aber kein Wohlfühltheater für diese Klientel. Die vier Schauspieler flöten nur leicht verfremdete Investorenprosa ins Publikum und erklären den Vorgang der Gentrifizierung, ohne das Wort selbst zu benutzen: ‘Bald flitzen hier junge attraktive Männer in Rennrädern herum, werden in abrissreifen Häusern Bagelstationen eröffnen und mit einem verschmitzten Lächeln die eigene Mieterhöhung erkaufen.’ […] Das Publikum kommt in Bewegung, es geht vom Platz aus in eine Boutique, von dort aufs Dach der Passage – ein zauberhafter Ort übrigens, allein dieser Gang lohnt die Vorstellung – und wieder zurück. […] So aber ist die Mischung aus theoriestrotzenden Satzspiralen, musikalischen Einlagen und komischen Einfällen ziemlich kurzweilig.«
STUTTGARTER ZEITUNG, 09.03.15